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Selbstregulierung durch Ehrenkodex und Zertifizierungen

Telefonmarketing und Tür-zu-Tür-Verkäufe werden von den Konsumentenverbänden immer wieder angegriffen. Auch für die Medien scheint es publizistisch lohnenswert zu sein, vor allem negativ über diese Vertriebskanäle zu berichten. Der Schweizer Direktmarketing Verband (SDV) will mittels Selbstregulierung Leitplanken für die Branche gestalten mit denen die direkten Vertriebskanäle effizient genutzt werden können aber auch die Anliegen der Konsumenten ernst genommen werden. Mit den angestrebten Massnahmen wird die Qualität bei den Firmen und in der Ausbildung gesteigert und gefördert.

Neuer Ehrenkodex für Telefonmarketing
Seit zwei Jahren besteht bereits der Ehrenkodex «Direct Sales» (Tür-zu-Tür-Verkauf), mit dem das Verhalten gegenüber Konsumenten, Mitarbeitern und Mitbewerbern geregelt wird. Die beiden Verbände CallNet.ch und SDV setzen per 1. Januar 2008 den gemeinsamen Ehrenkodex «Telefonmarketing im Privatbereich (B2C)» in Kraft. Der Ehrenkodex geht weiter als die im März 2007 publizierte Empfehlung der Eidgenössischen Kommission für Konsumentenfragen (EKK) an den Bundesrat. Nebst Wahrheits- und Klarheitsgrundsätzen, Bestätigung eines Vertragsabschlusses, Datenschutzfragen, der Schutz der Privatsphäre oder das Verhalten am Telefon werden weitere Themen wie Personalauswahl und -schulung sowie Entlöhnung geregelt. Der Ehrenkodex kann bei der Geschäftsstelle des SDV kostenlos angefordert werden: info@dmverband.ch.

Zertifizierung auch im Interesse der Auftraggeber
Als weiteren Schritt realisiert der SDV, in Zusammenarbeit mit SQS, ein Gütesiegel für beide Medien. Call Center und Direct Sales Dienstleistungsunternehmen können nach einer Zertifizierung das SQS-Gütesiegel tragen. Die Zertifizierung hilft den Dienstleistungsunternehmen, den Ehrenkodex richtig in ihrer Firma einzuführen und zu leben. Den Auftraggebern gibt die Zertifizierung zudem die Sicherheit, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die die Grundsätze des korrekten Handelns auch wirklich umsetzen. Auftraggeber, welche nicht mit zertifizierten Unternehmen zusammenarbeiten, stehen damit bald im Abseits.

Weitere Massnahmen
Im Direct Sales Bereich besteht bereits die Möglichkeit, sich auf eine Sperrliste zu setzen. Zusätzlich wird nun eine Sperrliste für das Telefonmarketing erstellt. In der Liste werden Konsumenten (Telefonnummer und Quelle der Sperrung) aufgelistet, die explizit keinen Telefonverkauf wünschen. Die Sperrliste wird ca. 40% aller Telefonnummern der Schweiz enthalten. Damit sinkt zwar das Adresspotential für Telemarketing-Firmen, jedoch kann so sichergestellt werden, dass keine Konsumenten kontaktiert werden, die kein Telemarketing wünschen.